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Persönlichkeit ist bei der Suche nach Mitarbeitern wichtiger als die fachliche Qualifikation. Demnach schauen Unternehmen bei den Bewerbern in erster Linie auf die Soft Skills. Die Abschlussnote rückt dafür in den Hintergrund.

Der Mediensektor ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Allein in der Region Berlin-Brandenburg wird an insgesamt 107 Universitäten, Fachhochschulen, Unternehmen und Institutionen künftiger Mediennachwuchs ausgebildet. Unternehmen benötigen vor allem Mitarbeiter, die den veränderten Anforderungen des Wettbewerbs gerecht werden: Der Anspruch an den Nachwuchs wird komplexer und internationaler. Die gerade veröffentlichte "media net employability Studie" des Media Net Brandenburg hat die Erwartungen der Unternehmen verschiedener Medienbereiche an Hochschulabsolventen untersucht und zeigt auf, in welchen Medienbereichen auf welche Qualifikationen besonderer Wert gelegt wird. Über einen Zeitraum von drei Monaten wurden 630 Stellenanzeigen hinsichtlich der geforderten Qualifikationen untersucht. Außerdem wurden 120 Unternehmen der Medienwirtschaft befragt.
Personalentscheider fordern demnach von ihren Mitarbeitern vor allem Soft Skills, Fachkompetenz und methodische Kompetenz. Der Studienabschluss steht gegenüber der Praxisorientierung im Hintergrund. Die Befragten sind mehrheitlich der Meinung, dass die Hochschulausbildung die geforderten Qualifikationen der Medienbranche nicht hinreichend unterstützt. "Es sollte die Pflicht der Hochschule sein, Absolventen die Möglichkeiten zu geben, praktische Erfahrungen auch neben dem Studium zu erlangen", sagt Katrin Lopez, Personalleiterin von I-D Media.
"Wichtig für die Auswahl ist, immer das gesamte Potenzial des Bewerbers zu erkennen", betont Thekla Haupt, Personalleiterin der UFA Film & TV Produktion. Neben dem geforderten Handwerkszeug komme es zunehmend darauf an, dass die "Chemie zwischen Bewerber und Unternehmen stimmt". Es sind selbstständige, neugierige, aufgeweckte und kreative Persönlichkeiten gefragt, die nicht unbedingt alle fachlichen Anforderungen erfüllen müssen, aber bereit für Lebensbegleitendes Lernen sind.
"Wir suchen nicht Ms and Mr Perfect, sondern Ms and Mr Right", sagt Elisabeth Händel, Leiterin Personalentwicklung der Axel Springer AG.
Bewerber sollten eine hohe Medienaffinität und Praxiserfahrung nachweisen können. Zudem sollten sie über Auslandserfahrung und über eine hohe soziale Kompetenz verfügen. Team- und Kommunikationsfähigkeit seien heute unverzichtbar. "Schließlich suchen wir kreative Persönlichkeiten und individuelle Typen, die sich für mehr als einfach nur für ihren Job interessieren, die neugierig sind, Verantwortung übernehmen und eigene Wege gehen."
Noch wird dem klassischen Uni-Diplom eine relativ große Bedeutung beigemessen, der Bachelor liegt aber fast gleichauf: "Die Abschlüsse Bachelor und Master sind bei uns dem Diplomabschluss gleichgestellt", sagt etwa Robert Limper, Kaufmännischer Geschäftsführer, RMS Radio Marketing Service, GmbH & Co. KG.
Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass von künftigen Hochschulabsolventen mehr als nur Fach- und Branchenwissen gefordert wird.
Gefragt sind engagierte, kreative und wissbegierige Studenten, die sich mit Praktika, Auslandsaufenthalten und ständiger Lernbereitschaft die geforderten Qualifikationen aneignen. Unabhängig vom akademischen Titel zählen am Ende die Studieninhalte.
Von Marie-Th. Nercessian
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